Asset-Management: Erfolgsformel gesucht

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Wachstumsraten von 6,5 Prozent pro Jahr werden eher Schwellenländern wie China oder innovativen Hightechkonzernen zugeschrieben. Doch in diesem Fall handelt es sich um den Anstieg des verwalteten Vermögens in Deutschland seit 2005. Trotz Finanz- und Eurokrise verdoppelte sich dieser Wert binnen eines guten Jahrzehnts auf 2,9 Billionen Euro. Zum Vergleich: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt stieg im gleichen Zeitraum um rund 40 Prozent. Allerdings gehen die goldenen Jahre langsam, aber sicher zu Ende. 2018 dürfte der Asset-Management-Markt hierzulande zwar ebenfalls auf rund 2,9 Billionen Euro kommen. Und damit bliebe Deutschland der drittgrößte Markt in Europa. Doch im Wettbewerb um jeden einzelnen Anleger wird zunehmend mit härteren Bandagen gekämpft.

Verschärfte Regulierung, Digitalisierung, harter Wettbewerb und Margendruck ändern nichts an der Tatsache, dass der Anlagebedarf sowohl institutioneller als auch privater Anleger in Deutschland hoch bleibt. Allerdings ermöglichen die neuen Rahmenbedingungen nicht jedem Anbieter zu prosperieren. Insbesondere mittelgroße, mitteleffiziente Fonds sehen sich mehr und mehr in einem „Tal des Todes“ gefangen. Sie sind zu groß, um als Spezialist Nischen zu besetzen, und zu klein, um mit Effizienz und Skalenvorteilen den Wettbewerb bei den Kosten auszustechen. Für jeden Fondsanbieter stellt sich damit in den kommenden Jahren eine entscheidende Frage: Alpha und damit Spezialistentum? Oder Discount und somit Kostenführerschaft?