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Wege aus der Krise für den deutschen Maschinen- und Anlagebau

10.03.2009 - Düsseldorf/München. Der Maschinen- und Anlagenbau erlebt derzeit einen noch nie gesehenen Einbruch bei den Auftragseingängen. In einer aktuellen Studie beziffert Bain & Company den durchschnittlichen Umsatzrückgang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau bis 2010 mit minus 15 Prozent gegenüber 2008. In Teilbereichen der Branche kann es dabei zu Leistungsrückgängen von mehr als 50 Prozent kommen. Das führt nach Berechnungen der Strategieberatung zu einem Verlust von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen in Deutschland. Damit sind die Auswirkungen der Krise weit härter als bisher angenommen. Eine Erholung erwarten die Berater frühestens in drei bis fünf Jahren.

Gerade der Auslandsumsatz, wesentliche Stütze des vergangenen Branchenwachstums, ist dramatisch eingebrochen. Ursächlich dafür ist der weltweite Nachfragerückgang bei Investitionsgütern. Hinzu kommen die Finanzierungsschwierigkeiten für Absatzfinanzierungen und Investitionen auf Kundenseite. Die Folgen für die Branche sind sinkende Auftragseingänge, Liquiditätsengpässe, Leistungsrückgänge und drastische Ergebniseinbrüche, die ein sofortiges Handeln erfordern. Bain & Company hat in einer aktuellen Studie errechnet, dass im deutschen Maschinen- und Anlagenbau bis zu 50.000 Arbeitsplätze in Gefahr sind und damit doppelt so viele wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) erst kürzlich bekannt gab.

Der drastische Auftragseinbruch in den letzten Monaten hat die Maschinen- und Anlagenbauer bisher sehr unterschiedlich getroffen. Viele Sektoren, wie beispielsweise die Werkzeug-, Textil- und Druckmaschinenhersteller, verzeichnen Auftragsrückgänge von mehr als 50 Prozent und bereits jetzt einen negativen Cash Flow. Die Finanzmarktsituation verschärft den Liquiditätsengpass zusätzlich. Unternehmen, deren Eigenkapitaldecke und Barreserven bereits strapaziert sind, droht laut Bain-Studie in den nächsten sechs Monaten die Insolvenz. Damit diese Unternehmen ihren Geschäftsbetrieb aufrechterhalten können, gilt es vordringlich, liquide Mittel freizusetzen.

Anlagenbauer und Hersteller von Energietechnik dagegen zehren derzeit noch von ihren gefüllten Auftragsbüchern. Gleichzeitig haben diese Firmen die „guten Jahre“ genutzt, um Reserven aufzubauen, die jetzt ein entscheidender Vorteil sind, um ihre Wettbewerbsposition auszubauen. „Am Markt werden Risiken derzeit überbewertet. Unternehmen in einer guten finanziellen Position sollten die Krise daher strategisch nutzen, um das eigene Kerngeschäft zu stärken“, rät Bain-Partner und Maschinenbauexperte Dr. Armin Schmiedeberg.

Für die Gesamtbranche ist ein deutlicher Ergebnisrückgang in diesem Geschäftsjahr unvermeidbar. Diesen Rückgang kann auch das Service- und Ersatzteilgeschäft nicht auffangen. Die grosse Herausforderung für die Maschinen- und Anlagenbauer wird sein, die notwendigen strukturellen Anpassungen vorzunehmen und gleichzeitig wertvolles Know-how in Entwicklung und Produktion für die Zeit nach der Krise zu erhalten. Eine zentrale Rolle spielen deshalb der Abbau von Fremdleistungen sowie Teilzeit- und Kurzarbeit. Darüber hinaus werden die Unternehmen jedoch auch Randgeschäfte veräussern und Planinsolvenzen ins Auge fassen müssen.

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Ihre Ansprechpartnerin:

Leila Kunstmann-Seik
Tel: +49 89 51 23 12 46
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Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen.